Kapitel 20 – El Doctor

Karolin ist auf La Gomera unterwegs, um Juans Zwillingsbruder zu finden. Sie hat einige Anhaltspunkte, wo er sich aufhalten könnte, aber keine heiße Spur. Bis ihr ein Wanderer berichtet, dass er Ramón gesehen hat, und ihr beschreibt, wo ungefähr das war. Auf der Wanderkarte ist mitten im Wald ein winziger Weiler eingezeichnet, und Karolin macht sich auf die Suche.

Diese Lichtung, auf der vereinzelte verlassene und halb eingestürzte kleine Häuser stehen, gibt es auf La Gomera wirklich, hier sieht man eines davon:

Ich werde nicht verraten, wo das ist, damit nicht etwa jemand auf die Idee kommt, Ramón dort zu suchen… 😉

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Es geht los!

Heute morgen habe ich das PDF mit dem Text und das Cover bei „Createspace“ hochgeladen. Jetzt wird es dort geprüft, ob alles den Anforderungen entspricht, und dann kann es eigentlich nur noch wenige Tage dauern, bis mein Buch endlich erhältlich ist.

Gleichzeitig wird es als eBook bei Kindle rauskommen, aber damit muss ich mich erst noch beschäftigen. Das geht aber dann vermutlich noch schneller.

Hier schonmal das endgültige Cover:

Cover "Darling, wir sind hier im Ritz!"

Cover „Darling, wir sind hier im Ritz!“

Gelassenheit

Kitty beobachtete Ramón unauffällig, wie er mit raschen und zielsicheren Bewegungen die Küche aufräumte. „Ich dachte immer, eineiige Zwillinge sind sich unglaublich ähnlich. Aber Du bist ganz anders als Juan. Gelassen, entspannt, ruhig…“

Ramón schüttelte energisch den Kopf. „Zwei Seiten derselben Medaille, Kitty. Ich habe auch meine Ängste, die mich beunruhigen. Und zwar so sehr, dass ich mich jahrelang in den Wäldern von La Gomera versteckt habe. Bis Prinzessin Karolin kam und mich wachgeküsst hat.“

„So, wie ich Karolin kenne, war das eher ein Tritt in den Hintern, als ein Kuss“, sagte Kitty trocken.

Interview

Manchmal reicht google alleine nicht – man braucht den Rat von Fachleuten. Oder will sich zumindest vergewissern, dass man nicht den größten Blödsinn schreibt.

Mein Held Ramón sitzt also seit Jahr und Tag auf La Gomera, bereitet Arzneien zu und versorgt die Bauern der Umgebung mit seinen Tinkturen, Salben und Kräutertees.

Das habe ich  mir alles nur ausgedacht – aber ist das überhaupt denkbar? Kann er dort wohnen, wo er wohnt? Gibt es solche Pflanzen überhaupt? Ist es möglich,  den einen oder anderen Weg wirklich zu Fuß zurückzulegen? Wie werden in der Natur gesammelte Pflanzen behandelt, um sie zu konservieren?

Also fragte ich gestern bei einem netten Abendessen einen Experten um Rat. Doktor der Biologie, Buchautor und Fernsehmoderator, der gleich mit drei dicken Büchern unter dem Arm erschien und sich außerdem auch noch auf La Gomera und mit der Flora der Kanarischen Inseln auskennt. Ein Sechser im Lotto.

Zwei Dinge haben mich vor allem erfreut und erstaunt zugleich: Meine bisherigen Recherchen waren offenbar gediegen genug, dass sie sogar den kritischen Augen des gelernten Biologen gefielen. Alles prima, was ich mir da zusammengesucht und ausgedacht habe. Und das ist auch alles plausibel. Und wenn ich noch eine Pflanze mit bisher unbekannter medizinischer Wirkung suche…

„…dann nimm ein Wolfsmilchgewächs, da gibt es so viele Unterarten, die kann kein Mensch alle kennen. Da kannst Du ruhig eine erfinden.“

Das werde ich auch ruhigen Gewissens tun. Schließlich wird es ein Roman und keine wissenschaftliche Abschlussarbeit. Phantasie muss erlaubt sein.

Der zweite Punkt: Als ich so von der Story erzählte und den Zwillingen, und einer davon Sänger und der andere auf der Insel – da kam die erstaunte Frage: „Ja, über wen von beiden schreibst Du denn jetzt Dein Buch??“

*schluck*

Die Frage ist sicher nicht ganz unberechtigt. Muss ich womöglich die ganze Geschichte nochmal umdenken, umstricken, verwerfen, oder gar: NEU schreiben? Wie ich inzwischen diversen Autorenforen und dortigen Einträgen entnommen habe, ist das erste Buch immer mindestens dreimal umgeschrieben worden, bevor es veröffentlicht wurde.

Dann hab ich ja noch ein paar Fehlschüsse frei…

Ach ja, und die dicken Bücher habe ich mir erst einmal ausleihen dürfen. 😉

Polyphenole

Polyphenole sind aromatische Verbindungen, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gerechnet werden. Natürliche Polyphenole kommen in Pflanzen als bioaktive Substanzen wie Farbstoffe, Geschmacksstoffe und Tannine vor.
Viele Polyphenole gelten als gesundheitsfördernd. Pflanzen mit hohem Polyphenolgehalt sind beispielsweise die Apfelbeeren, die Blätter und Trauben der Weinreben, auch im Rotwein, die Schale und das Fruchtfleisch der Mangostanfrucht (Garcinia mangostana), der Saft des Granatapfels (Punica granatum), der unter anderem Punicalagin, Ellagsäure und Gallussäure enthält, Ginkgo, Tee, Zistrosen, die Samen von Perilla (Perilla frutescens, auch „Schwarznessel“ oder irreführend „Wilder Sesam“ genannt), Chinesische Zitronenmelisse. Darüber hinaus werden Polyphenole (Flavonoide) aus der Rinde von Pinien und aus Lärchenholz für den Einsatz in der Medizin extrahiert.
Einige Polyphenole wirken unter anderem entzündungshemmend und krebsvorbeugend. Im Rahmen verschiedener Studien mit Granatapfel-Polyphenolen wurde ein gehemmtes Wachstum von Krebszellen  beobachtet. Flavonoide und Anthocyane vermindern Fettablagerungen (Plaques) in den Blutgefäßen und beugen damit der Arteriosklerose vor.
Weiterhin konnte in einer Studie nachgewiesen werden, dass bei regelmäßigem Fruchtsaftkonsum das Risiko für eine Alzheimererkrankung um bis zu 76 % gesenkt werden kann, wofür ebenfalls Polyphenole verantwortlich gemacht werden.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Polyphenole

Grundriss

Auch so kann die Vorarbeit für ein Buch aussehen: mir vorzustellen, wie die Menschen leben, die ich beschreibe.

Ramón zum Beispiel lebt in einer Art selbstgezimmertem Blockhaus (und ich bin nach wie vor fest davon überzeugt, dass es genau dieses Blockhaus irgendwo auf La Gomera gibt ;-)).  Wände und Boden sind aus grob abgeschliffenem Holz, ebenso die Möbel. Ein bisschen Robinson-Crusoe-mäßig, und eigentlich ist es ja auch fast so.

Der Grundriss ist in etwa dieser hier, entstanden ist er schon im Dezember 2009:

©doppeltdasbuch.wordpress.com

©doppeltdasbuch.wordpress.com

Moose, Farne und Flechten

Und wieder ein bisschen Recherche neben dem Schreiben. Nebelwald auf La Gomera, „Nationalpark Garajonay„. Hier herrscht konstant hohe Luftfeuchtigkeit, ein Paradies für Farne, Moose und Flechten, die ältesten Pflanzen auf der Erde überhaupt. Wobei Farne giftig sind. Farne können dort bis zu zwei Meter hoch werden. Und bestimmte Flechten werden zum Beispiel auch heute noch als Hustenmittel verwendet. Die Wissenschaft von den Moosen heißt Bryologie. Die drei klassischen Sippen der Moose heißen Hornmoose, Lebermoose und Laubmoose.

Was das mit Kitty und Juan zu tun hat? Nun, mit den beiden nur wenig – aber Ramón ist hier zu Hause und kennt jede Pflanze in- und auswendig. Alle sollen in Zukunft von seinem Wissen profitieren – wenn es nach Karolin geht. Aber da prallen zwei Dickschädel aufeinander. Man darf gespannt sein, wer gewinnt.

Hier ein Eindruck, wo Ramón und Karolin sich gerade befinden:

http://www.storyal.de/story2008/bilder/la-gomera/nebelwald.jpg