Kapitel 17

London. Kitty besucht zum ersten mal Juan in seinem Londoner Haus. Es liegt im Stadtteil Chelsea – und ist frei erfunden. Nein, nicht ganz frei erfunden. Das Innere entspricht in großen Teilen dem Haus eines Freundes, der Architekt war und es selbst geplant hatte, und steht am Niederrhein in der Nähe der holländischen Grenze. Herzstück des Wohnbereichs ist eine breite Treppe und oben eine offene Galerie, von der aus man den ganzen Wohnbereich übersehen kann, unten ein breites Fenster zum Garten. Das Haus hat Ecken und Winkel, es ist gemütlich, es heißt einen willkommen, es hatte vom ersten Moment an Charakter.

Ich habe leider kein Foto davon und ich kann auch keins mehr machen – der Freund ist vor einigen Jahren bei einem grässlichen Unfall ums Leben gekommen. Die Beschreibung von Juans Haus ist aus dem Gedächtnis. Manfred, falls Du jetzt gerade von Deiner Wolke heruntersiehst: ich hab Dich nicht vergessen. 🙂

Eine Straße in Chelsea

Eine Straße in Chelsea

Kittys Ankunft in London:

Gelassen und sicher steuerte Juan den Wagen durch den dichten Londoner Verkehr. Eine Hand ruhte hin und wieder auf Kittys Bein, ab und zu lächelten sie sich an, aber sprachen nur wenig. Sie brauchten nicht viele Worte, um zu wissen, was der andere dachte. Kitty sah während der Fahrt neugierig aus dem Fenster. Wäre sie in dieser Stadt ausgesetzt worden, ohne zu wissen, wo, sie hätte sofort erkannt, dass es nur London sein konnte. Die kleinen Kamine auf den Dächern, die sie immer an den Film ,Mary Poppins‘ erinnerten, die schmiedeeisernen Gitter vor den Häusern, die Hauseingänge mit wenigen Treppenstufen, die schmalen Vorgärten, sie kannte das alles noch aus der Zeit, als sie während des Studiums einige Wochen in London gewohnt hatte.
Juan wusste, dass es ihre erste Wiederbegegnung mit London war, und er sah ihr Gesicht immer wieder aufleuchten, wenn sie an einer Stelle vorbeikamen, die sie kannte. Er wollte ihre ersten Eindrücke und ihre Wiedersehensfreude nicht durch Reden stören.

Im Stadtteil Chelsea bogen sie schließlich in eine Seitenstraße ab, in der die Bebauung lockerer und die Häuser größer waren. Juan schwenkte in die Einfahrt eines hell gestrichenen, einstöckigen Hauses und hielt vor dem Garagentor an. Das Haus lag etwas von der Straße zurück. Den Vorplatz füllten riesige Steinguttöpfe mit Sträuchern darin, denen sicher nicht einmal ein Sturm etwas anhaben konnte. Einige Stufen führten zur Haustür, die unter einem Bogen lag, der ein kleines Dach vor dem Eingang bildete. Kitty legte den Kopf in den Nacken und sah nach oben. Die Hauswand war mit Efeu begrünt, und im Dachgeschoß sah sie zwei Gaubenfenster zur Straße. Offenbar gab es dort oben weitere Zimmer.

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