Berlin

Und hier das nächste bebilderte Kapitel:

Kapitel 7 – Suchen und finden

Berlin, Anfang August

Auf der Spree tuckerte ein Ausflugsschiff vorbei. „… und in Berlin wird ja nicht nur Politik gemacht“, tönte es übers Wasser, und vom Gebäude des Hauptstadtstudios prallte die Ansage mit einem Echo wieder ab. Ausläufer der Bugwelle des Schiffs plätscherten gegen die Kaimauern, eine leichte Brise ließ die Blätter in den Platanen tanzen. „Auf der linken Seite sehen Sie das Studio des SENDERs, und gleich dahinter das Reichstagsgebäude“, verkündete der Ansager auf dem Schiff und alle Köpfe oben auf Deck drehten sich gehorsam nach links.

Kitty nahm keine Notiz. Im Sommer folgte ein Ausflugsschiff dem nächsten, und die Bootsführer hatten mal mehr, mal weniger originelle Sprüche, um den Touristen das Regierungsviertel zu erklären. Sie schob ihre leere Teetasse ein wenig beiseite, um ihre Unterlagen auf dem kleinen Bistro-Tisch besser durchblättern zu können. Das war einer der Vorteile an der Arbeit im Hauptstadtstudio – ein erstklassiges Café unten im Haus, mit hervorragender Küche, für Angestellte des SENDERs zu vergünstigten Preisen. Und jetzt, im Sommer, mit Straßencafé, die Tische direkt am Spreeufer. Und einen Chef, dem es egal war, wo man seine Unterlagen las, Hauptsache, man kam gut vorbereitet zu den Konferenzen. Insofern war Werner Tumbstedt eine angenehme Überraschung gewesen, wenn sie auch sonst in den vergangenen vier Wochen nicht viel von ihm gesehen hatte.

Kitty nahm einige zusammengeheftete Blätter aus dem Stapel heraus, beschwerte die anderen mit dem Zuckerstreuer, damit sie nicht wegfliegen konnten, stellte die Füße auf die Querstrebe vom Geländer und legte sich den Packen Papier auf ihre angewinkelten Beine. So ließ es sich gut arbeiten. Aus dem Augenwinkel sah sie, dass am Nachbartisch inzwischen zwei Bundestagsabgeordnete der Unionsparteien Platz genommen hatten und beim Kellner bestellten. Sie schmunzelte. Die Arbeit folgte ihr überall hin. Dann begann sie zu lesen.

*****

Restaurant "Die Eins"

Das Hauptstadtstudio gibt es tatsächlich, und auch das Restaurant und Café „Die Eins“ am Spreeufer. Besonders beliebt: Frühstück von 9-24 Uhr. Reichhaltig und lecker. Die Schnitzel Wiener Art mit Bratkartoffeln sind unüberbietbar! Und tatsächlich verirrt sich auch der eine oder andere prominente Politiker oder Fernsehjournalist hierhin. Die Bedienung ist aufmerksam und flink, das Essen hervorragend, und mit Blick auf die Spree kann man die Seele baumeln lassen.

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