Kitty jetzt auf Twitter

Es ist ein Experiment. Eine Ergänzung.

Kitty hat jetzt einen Twitter-Account und wird uns an ihrem täglichen Leben teilhaben lassen. Im Moment übt sie noch, aber vielleicht erfahren wir im Laufe der Zeit das eine oder andere Detail aus ihrem unruhigen Leben mit Juan.

Auf Twitter findet Ihr sie unter @kitty_sander, die Tweets können aber auch auf dieser Seite, in der rechten Spalte unterhalb des Bildes, mitgelesen werden.

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Kahlschlag

Zumindest in Gedanken betreibe ich gerade so eine Art Kahlschlag. Meine Hauptpersonen haben mich gebeten, mich auf sie zu konzentrieren. Das bedeutet, alle Nebengeschichten mit Gian, François und James fast komplett raus, den Zwillingsbruder Ramón auf das Notwendige (wenn auch Entscheidende) reduzieren, mehr in die Tiefe gehen. Ich weiß auch noch nicht so genau, was das heißen wird. Wie gesagt, erst einmal in Gedanken…

Wo ist Juan?

„Hallo Gian.“

Kitty hörte durchs Telefon, dass Gian ein Gähnen unterdrückte. „Kitty? Das ist eine Überraschung, so spät am Abend. Was gibts?“

„Gian, Juan ist verschwunden.“

„Was?!!?“

Sie hatte sie hatte sich falsch ausgedrückt und ihn erschreckt. „Nein, nicht direkt verschwunden, aber… Ich weiß nicht. Ich habe keine Ahnung, wo er ist.“

„Was ist passiert?“ fragte Gian.

„Wir hatten eine Auseinandersetzung. Wegen dieser Presseerklärung, die über uns veröffentlicht werden soll.“

„Ach Du meine Güte“, sagte Gian, „da steht ein Haufen Mist drin. Er ist doch nicht ernsthaft der Meinung, dass das an die Presse gehen soll?“

„Du kennst den Entwurf?“

„Ja“, sagte Gian, und Kitty hörte ein Zögern in der Stimme, „er hat ihn heute im Studio herumgezeigt und fand ihn großartig.“

Kitty seufzte. „Ich weiß nicht, was ich machen soll, Gian. Wir haben uns deswegen gestritten und ich hab ihn aus meinem Arbeitszimmer rausgeschmissen. Als ich später herunterkam, war er weg und ist bis jetzt nicht wieder aufgetaucht.“

Gian schwieg am anderen Ende. Dann holte er Luft. „Ich weiß vielleicht, wo er ist“, sagte er.

„Und wo?“

„Kitty, ich glaube nicht, dass Du Dir Sorgen machen musst, ich…“

„WO IST ER, Gian?“

„Juan ist, als er noch alleine wohnte, ab und zu in die ‚Wunder-Bar‘ gegangen, das ist nicht weit von Euch. Meistens, wenn er Stress hatte. Zwei oder drei Whiskey und ein paar hübsche Frauen helfen dann, meint er.“

Twitter

Ich liebe es, meine Einfälle oder Gedanken, die ich gerade in ein Kapitel fasse, auszugsweise meinen Twitter-Freunden an den Kopf zu werfen. Meistens kommen sehr lustige oder anregende Kommentare. Und wir pflegen über die Charaktere im Buch so zu reden, als seien sie lebendig. Nun, für mich sind sie das auch. Irgendwie.

Hier ein Beispiel – wie immer bei Twitter von unten nach oben zu lesen. Gesprächspartner diesmal: eine Lehrerin und eine Autorin.

Tweets 04.06.2012, 1.30am

Tweets 04.06.2012, 1.30am

Interview

Manchmal reicht google alleine nicht – man braucht den Rat von Fachleuten. Oder will sich zumindest vergewissern, dass man nicht den größten Blödsinn schreibt.

Mein Held Ramón sitzt also seit Jahr und Tag auf La Gomera, bereitet Arzneien zu und versorgt die Bauern der Umgebung mit seinen Tinkturen, Salben und Kräutertees.

Das habe ich  mir alles nur ausgedacht – aber ist das überhaupt denkbar? Kann er dort wohnen, wo er wohnt? Gibt es solche Pflanzen überhaupt? Ist es möglich,  den einen oder anderen Weg wirklich zu Fuß zurückzulegen? Wie werden in der Natur gesammelte Pflanzen behandelt, um sie zu konservieren?

Also fragte ich gestern bei einem netten Abendessen einen Experten um Rat. Doktor der Biologie, Buchautor und Fernsehmoderator, der gleich mit drei dicken Büchern unter dem Arm erschien und sich außerdem auch noch auf La Gomera und mit der Flora der Kanarischen Inseln auskennt. Ein Sechser im Lotto.

Zwei Dinge haben mich vor allem erfreut und erstaunt zugleich: Meine bisherigen Recherchen waren offenbar gediegen genug, dass sie sogar den kritischen Augen des gelernten Biologen gefielen. Alles prima, was ich mir da zusammengesucht und ausgedacht habe. Und das ist auch alles plausibel. Und wenn ich noch eine Pflanze mit bisher unbekannter medizinischer Wirkung suche…

„…dann nimm ein Wolfsmilchgewächs, da gibt es so viele Unterarten, die kann kein Mensch alle kennen. Da kannst Du ruhig eine erfinden.“

Das werde ich auch ruhigen Gewissens tun. Schließlich wird es ein Roman und keine wissenschaftliche Abschlussarbeit. Phantasie muss erlaubt sein.

Der zweite Punkt: Als ich so von der Story erzählte und den Zwillingen, und einer davon Sänger und der andere auf der Insel – da kam die erstaunte Frage: „Ja, über wen von beiden schreibst Du denn jetzt Dein Buch??“

*schluck*

Die Frage ist sicher nicht ganz unberechtigt. Muss ich womöglich die ganze Geschichte nochmal umdenken, umstricken, verwerfen, oder gar: NEU schreiben? Wie ich inzwischen diversen Autorenforen und dortigen Einträgen entnommen habe, ist das erste Buch immer mindestens dreimal umgeschrieben worden, bevor es veröffentlicht wurde.

Dann hab ich ja noch ein paar Fehlschüsse frei…

Ach ja, und die dicken Bücher habe ich mir erst einmal ausleihen dürfen. 😉